Unternehmen&Trends - Ausgabe zur HANNOVER MESSE 2019

Wer als Ingenieur in der Industrie 4.0 beste- hen will, braucht insbesondere Kompeten- zen an der Schnittstelle zwischen Ingeni- eurwesen und Informatik. Seit Jahren leiden Unternehmen unter fehlenden Ingenieuren und Informatikern, mit steigender Tendenz. Als Stream Lead Engineering der Modis GmbH, dem weltweit führenden Anbieter von Engineering Services und Solutions, kann ich das nur bestätigen. Wir versuchen genau diese Lücken für unsere Kunden zu schließen. Fachübergreifendes Know-how ist gefragt Das klassische Kompetenzprofil von Inge- nieuren muss dringend erweitert werden. Mechatronisch geprägte Qualifikationen und technisches Wissen bleiben zwar relevant, sind jedoch allein nicht mehr ausreichend. Zusätzlich benötigen Ingenieure Knowhow über Industrie 4.0, Software und Automati- sierung. Dazu zählen zum Beispiel Kenntnis- se über Big Data, Nutzerfreundlichkeit und Datensicherheit. Bestes Beispiel ist die Fahrzeugproduktion. Während die Herstellung eines Autos frü- her ein mechanischer Entwicklungsvorgang war, fließen heute System-, Antriebs- und Softwaremanagement in alle Entwicklungs- bereiche des Fahrzeugs ein. Die Kompetenz- bereiche müssen eng zusammenarbeiten. Die größte Spielwiese der Automobilkonzerne ist hier die E-Mobility, deren Antriebs- und Leistungssteuerung bereits vollständig soft- waregesteuert funktionieren. Ingenieure brauchen Weitblick und Soft Skills Ingenieure brauchen Weitblick und müssen sich vom rein technischen Denken lösen. Es gilt, sich auf unbekanntem Terrain bewegen zu können und ein tiefes Verständnis der di- gitalen Möglichkeiten zu entwickeln. Gleich- zeitig wird die Bedeutung projektbezogener Arbeit, aber auch das Management komplexer internationaler Teams weiter zunehmen. Hieraus wächst ein Bedarf an Soft Skills für Ingenieure: Assoziatives Denken, Neugier und Expertise bezüglich Innovationen, die Fähig- keit „quer“ zu denken, zu improvisieren und offen an Problemstellungen heranzugehen. Das klassische Funktionsdenken muss in ein Nutzungsdenken übergehen, das direkt an der Problemstellung ansetzt. Hochschulen müssen Silos jetzt aufbrechen Um für die Industrie 4.0 die richtigen Nach- wuchskräfte zu fördern, muss sich die Inge- nieurs-Ausbildung wandeln. Hochschulen trennen ihre Studiengänge noch allzu oft strikt nach Maschinenbau und IT. Das verhin- dert eine fachübergreifende und praxisnahe Ausbildung. Eine Verschmelzung der Studien- gänge wäre konsequent. Vorreiter ist hier der neue Bachelor-Studi- engang „Industrie 4.0 – Informatik“, der seit 2017 an der Technischen Hochschule Am- berg-Weiden angeboten wird. Data Analytics, Cyberphysische Systeme, Industrial Ethernet und Informationssicherheit stehen dort für Ingenieure auf dem Stundenplan. Ein ähnliches Umdenken ist in der innerbe- trieblichen Weiterqualifizierung erforderlich. Wir bieten bei Modis spezielle Weiterbildun- gen in den Bereichen CAD-Entwicklung, Si- mulation oder Disruptive Engineering an. Wir bereiten Quereinsteiger und Absolventen mit unserem CAMPUS-Programm für den Be- rufseinstieg als Projektingenieure vor. Unternehmen und Politik müssen jetzt han- deln, damit Deutschlands Ingenieure auch künftig an der Weltspitze stehen. Dazu müs- sen Firmen, Arbeitgeber und Hochschulen an einem Strang ziehen. Wenn wir die besten Voraussetzungen für die Industrie 4.0 schaf- fen, dann gewinnen wir alle. ■ Industrie 4.0: Kompetenzprofil des Ingenieurs der Zukunft Von Sebastiaan Krol Roboter koordinieren Fertigungsprozesse, Gabelstapler fahren autonom und Maschinen erkennen ihren Wartungsbe- darf: Die Industrie 4.0 verändert die Arbeitswelt und damit das Anforderungsprofil für Ingenieure. Mensch, Maschine und Produkt sind miteinander vernetzt. Spezielles Fach-Knowhow, übergreifende Kompetenzen und Soft Skills spielen eine immer wichtigere Rolle. Dies erfordert ein Umdenken in Aus- und Weiterbildung: Nicht erst morgen, sondern jetzt. Modis GmbH www.modis.com Webseite Bild: © Modis GmbH Sebastiaan Krol ist Managing Director des Be- reichs Modis Engineering. Er verbrachte seine bisherige Karriere bei Ingenieursdienstleistern, zuletzt als CEO der euro engineering AG, die zum 1. Juni 2018 in Modis aufging. Er studierte Flugzeugsystemtechnik an der Technischen Universität Hamburg-Harburg und absolvierte ein Managementprogramm an der Harvard Busi- ness School. Über Modis Als weltweit führender Anbieter von professi- onellen Lösungen für IT, Engineering und Life Sciences bietet Modis agile Komplettlösungen für seine Kunden, einschließlich professioneller Personalberatung, Projektleistungen, Managed Services, kundenspezifischen Lösungen und Out- sourcing. Als Teil des weltweit agierenden Per- sonaldienstleisters The Adecco Group ermöglicht Modis seinen Mitarbeitern, Beratern, Kunden und Kandidaten, sich durch Technologie, Innovation und internationales Fachwissen smarter in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt zu vernet- zen. Modis ist die einzige globale Marke dieser Art und beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter und Berater und ist für mehr als 6.000 Kunden in 18 Ländern weltweit tätig. Das Modis-Netzwerk mit 20 Kompetenzzentren und Lieferzentren bietet Kunden die Möglichkeit, von Best Practices in ihren Branchen zu profitieren. Kunden erhalten Zugang zu den Ressourcen, der Erfahrung und dem Expertennetzwerk der Adecco Group in 60 Ländern. Modis bietet Kandidaten ein konkur- renzloses, vielfältiges Portfolio an Projekten und Möglichkeiten zur Karriereentwicklung mit der Flexibilität und Sicherheit, die sie benötigen, um erfolgreich zu sein. 28  Unternehmen & Trends

RkJQdWJsaXNoZXIy MjUzMzQ=