OEM&Lieferant Ausgabe 1/2019

38 IT und Automotive Toleranzgrenzen, Abrufanalyse und Co.: Wie Automobilzulieferer Abruf- schwankungen sofort erkennen Von Siegfried Kuri, Leiter Produktmanagement SAP, WSW Software GmbH Frühzeitig zu erkennen, ob ein Kunde beim Abruf von Liefermengen die festgelegten Toleranzgrenzen verletzt oder ob sich sein Abrufverhalten verändert hat, ist für Automobilzulieferer ein geschäftskritischer Faktor. Mit SPEEDI können Zulieferer, die SAP-Software einsetzen, Abrufprüfungen und -analysen aber auch die Kontrolle von Ab- nahmemengen integriert und IT-gestützt in SAP und damit effizient und transparent durchführen. Die Materialdis- position und die Produktionsplanung lassen sich so zeitnah anpassen. Neue Pkw dürfen in der Europäischen Union (EU) seit Anfang September 2018 nur noch zu- gelassen und verkauft werden, wenn sie für den Verkehr gemäß der WLTP-Norm (World- wide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) getestet wurden. Das sorgt für einen Zulassungsstau bei Neuwagen. Auto- mobilhersteller (OEM) drosseln daher die Produktion oder streichen bestimmte Modell- varianten. Bedarfsschwankungen frühzeitig erkennen Darunter leiden auch die Zulieferer. Zwar le- gen Lieferverträge mit den OEM in der Regel genau fest, welche Teilmengen ein Zulieferer wann liefern muss, die der Kunde dann jeweils per Lieferabruf bzw. Versandabruf anfordert. Bei Abrufen gibt es aber häufig Bedarfs- schwankungen, zum Beispiel aufgrund des WLTP-Tests, die sich beim Lieferanten nega- tiv auf die Materialdisposition und die Produk- tionsplanung auswirken. Deshalb sind in der Regel bestimmte Toleranzgrenzen vereinbart, was den Abruf von Bauteilen oder Komponen- ten angeht. Für den Zulieferer ist es daher geschäfts- kritisch, frühzeitig zu erkennen, ob aktuelle Abrufe die festgelegten Toleranzgrenzen ver- letzen – am besten bereits direkt beim Ein- arbeiten der Abrufe. Im Idealfall sollte zudem stets nachvollzogen werden können, wie das Abrufverhalten des Kunden sich entwickelt hat. Signifikante Abweichungen lassen sich dann sofort identifizieren und die Material- disposition kann zeitnah so angepasst wer- den, dass weiterhin eine „glatte“ Produktion gewährleistet ist. Ein wichtiger Aspekt für eine reibungslose Materialbedarfs- und Produktionsplanung ist auch eine lückenlose Kontrolle von Fertigungs- undMaterialfreigaben sowie der vereinbarten Mindest- und Maximal-Abnahmemengen. Die Materialfreigabe erlaubt dem Einkauf eine vorausschauende Planung, etwa für sechs oder acht Wochen. Die Fertigungsfreigabe verpflichtet den OEM zur Abnahme der Bau- teile, die der Lieferant für einen bestimmten Zeitraum im Voraus produziert, zum Beispiel für vier Wochen. Mehr Effizienz durch IT-gestützte Prozesse Ob bei der Prüfung und Analyse der Lieferab- rufe oder der Kontrolle von Fertigungs- und Materialfreigaben sowie Abnahmemengen: Zulieferer, die SAP-Software nutzen, stehen vor der Herausforderung, dass der SAP-Stan- dard diese Prozesse nicht oder nur unzu- reichend unterstützt. Folglich werden die Abläufe manuell und aufwendig außerhalb von SAP durchgeführt, in Microsoft Excel, selbst entwickelten Programmen oder sogar auf Papier. Abhilfe schafft hier die Plattfor m SPEEDI von WSW Software, die sich nahtlos in die SAP-Software integriert, den SAP-Standard modifikationsfrei erweitert und darin vor- handene Lücken schließt. Das Add-on stellt dafür Lösungen bereit, mit denen sich oben genannte und zahlreiche weitere Logistikpro- zesse durchgängig IT-gestützt in SAP und so- mit sehr effizient und transparent abwickeln lassen. Lieferabrufe beim Einarbeiten prüfen Di e SPEEDI Toleranzlinienprüfung e twa prüft Daten eingehender Lieferabrufe schon bei der Einarbeitung in SAP automatisch gegen Vorgängerabrufe. Ampelfunktionen signalisieren sofort, ob eine Lieferabrufmenge die festgelegten Toleranzgrenzen unter- oder überschreitet. Die nötigen Maßnahmen kön- nen dadurch umgehend veranlasst werden, etwa ein Verarbeitungsstopp des Lieferabrufs oder die Übermittlung der Abweichung an den Kunden. Abrufanalysen auf Knopfdruck verfügbar Einen wichtigen Schritt weiter geht die SPEEDI -Lösung Analyse Abrufverhal- ten mit Aggregation. Sie analysiert liefer- planübergreifend das Abrufverhalten in Bezug Bilder/Grafiken: ©WSW Software GmbH Die SPEEDI -Lösung Toleranzlinienprüfung überprüft schon beim Einarbeiten eines Abrufs, ob er die in Bezug auf die Bedarfsschwankung festgelegten Toleranzen über- oder unterschreitet. Verstöße werden so frühzeitig erkannt und es kann zeitnah reagiert werden.

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